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Auslandskrankenversicherung für Reisen in der EU sinnvoll?

Donnerstag, 3. Februar 2011

Deutsche Urlauber, die in der GKV versichert sind, haben innerhalb der EU und in Ländern, mit denen ein Sozialversicherungsabkommen besteht, einen Krankenversicherungsschutz. Die Leistungen richten sich jedoch nach dem Sozialrecht des Reiselandes. Wer bezüglich des Leistungsumfanges sicher gehen will, dem empfiehlt sich auch für diese Länder eine Auslandskrankenversicherung.

Rund 80 % der Deutschen, die eine Urlaubsreise buchen, schließen eine Auslandskrankenversicherung ab. Und in diesem Fall geht die Mehrheit nicht Fehl. Denn obwohl innerhalb der EU-Staaten die Europäische Krankenversicherungskarte gilt und Deutschland auch mit vielen Staaten außerhalb Europas ein Sozialversicherungsabkommen ratifiziert hat, bieten nur Auslandkrankenversicherungen einen umfassenden Schutz.

Grundsätzlich gilt in der deutschen Sozialversicherung und damit auch in der Krankenversicherung das Territorialitätsprinzip. Einfach gesagt: der Versicherte kann die im Sozialgesetzbuch verankerten Leistungen nur im Geltungsbereich des Gesetzes erwarten (SGB V § 16).

Innerhalb der EU und des EWR ist dieses Territorialprinzip aber teilweise aufgehoben. Durch die EU-Verordnung VO 1408/71 kommen die Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung auch dort in den Genuss der Leistungen der jeweiligen gesetzlichen Krankenversicherung. Diese Länder sind:

  • alle Mitgliedsstaaten der EU
  • Norwegen
  • Island
  • Liechtenstein
  • Schweiz

Mit anderen Ländern hat Deutschland ein sogenanntes Sozialversicherungsabkommen unterzeichnet.

  • Australien, Bosnien-Herzegowina, Brasilien, Chile, China, Indien, Israel, Japan, Kanada, Korea, Kosovo, Kroatien, Marokko, Mazedonien, Montenegro, Serbien Türkei, Tunesien, USA

Innerhalb des EWR und in den Ländern, mit denen ein Sozialversicherungsabkommen besteht, ist der Reisende bei Vorlage eines Urlaubskrankenscheins oder der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) krankenversichert. Die Leistungen richten sich nach dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung des jeweiligen Landes. Das heißt aber, dass einerseits häufig teure Kostenbeteiligungen fällig werden und andererseits der Rücktransport nur in den seltensten Fällen versichert ist.

Für Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung ist es deshalb in jedem Fall ratsam, eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen, auch wenn die Reise in eines der oben genannten Länder führt.

Mitgliedern der PKV stehen im Ausland grundsätzlich dieselben Leistungen zu wie in Deutschland, sofern diese sich in den Grenzen Europas bewegen. Bei Reisen außerhalb Europas gilt der PKV-Leistungskatalog üblicherweise nur für einen Monat. Zudem differiert das Leistungsangebot der einzelnen PKV-Gesellschaften für derartige Reisen beträchtlich. Wer eine mehrwöchige Reise über die Grenzen Europas hinaus plant, der sollte sich auch als PKV-Versicherter über zusätzliche Optionen informieren.